19.11.2014

Der VLW im Gespräch: Bildungspolitischer Abend - VLW-Referententagung 2014 - Bundeshauptvorstandssitzung in Berlin

Vom 6. bis 8. November 2014 hat der VLW zu seiner traditionellen Referententagung und Bundeshauptvorstandssitzung in Berlin eingeladen. Eingeleitet wurde der Tagungsmarathon des VLW mit einem „Bildungspolitischen Abend“, zu dem für die berufliche Bildung wichtige Akteure geladen waren.

 

Dr. Angelika Rehm (Foto: Schmich)                                                                


Dr. Ernst G. John (Foto: Schmich)

Unter dem Motto „Mit beruflicher Bildung zum Erfolg“ begrüßten die Bundesvorsitzenden Dr. Angelika Rehm und Dr. Ernst G. John Gäste aus der KMK, dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), dem Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB), Vertreter von Arbeitgeberverbänden, dem Deutschen Beamtenbund sowie Vorsitzende befreundeter dbb-Lehrerverbände, Vertreter der Kultusministerien der Länder, Vertreter der wirtschaftspädagogischen Institute der Universitäten und natürlich die Vorsitzenden und weitere Vorstandsmitglieder der VLW-Landesverbände.

Die Bundesvorsitzenden benannten wichtige Problemfelder der Aus- und Weiterbildung und luden ihre Gäste ein, diese zum Gegenstand des einen oder anderen Gesprächs zu machen. Sie gaben der Hoffnung Ausdruck, dass es vielleicht auch zu der einen oder anderen Verabredung komme, demnächst eine Lösung kooperativ anzugehen.

Als dringendste berufsbildungspolitische Handlungsbedarfe nannten die Bundesvorsitzenden:

  • die Sicherung der kaufmännischen beruflichen Bildung in einem sich ständig verändernden Bildungsumfeld, das sich aktuell in der Akademisierung der beruflichen Bildung und die demografische Entwicklung zeigt,
  • die Ausgestaltung der Europäisierung der beruflichen Bildung,
  • die Übergangsproblematik von der Allgemeinbildung in die berufliche Bildung,
  • die Umsetzung der inklusiven Schule in der beruflichen Bildung,
  • die Professionalisierung der Lehrertätigkeit durch Schaffung von Service-Agenturen und Unterstützungssystemen in Kooperation mit den Lehrstühlen für Wirtschaftspädagogik,
  • die strukturelle und inhaltlich-konzeptionelle Anpassung der Lehrerfort- und Weiterbildung an den aktuellen Bedarf,
  • die Tendenzen zur Verkürzung des Referendariats durch Einführung eines Praxissemesters im Studium der Wirtschaftspädagogik,
  • die Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs im Bereich Wirtschaftspädagogik.

 

Dr. Beate Scheffler (Foto: Schmich)

Frau Dr. Scheffler, Vorsitzende des Unterausschusses Berufliche Bildung der KMK, jenes Gremium, das auf Bundesebene für die Koordination der Schulischen Seite der beruflichen Bildung zuständig ist, fand in ihrem Grußwort vor einer aufmerksamen Zuhörerschaft anerkennende Worte für die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen an beruflichen Schulen, die mit viel Beifall quittiert wurden.

 

Foto: Schmich

 

VLW-Referententagung

Für den 7. November 2014 hatte der VLW zur Referententagung eingeladen. Die Bundesvorsitzenden Dr. Angelika Rehm und Dr. Ernst G. John begrüßten die für die kaufmännischen Schulen zuständigen Vertreterinnen und Vertreter aus den Kultusministerien der Länder sowie die Vorsitzenden und weitere Vorstandsmitglieder der VLW-Landesverbände zum Erfahrungs- und Informationsaustausch.

 

Die VLW Bundesvorsitzenden mit den Referentinnen und Referenten aus den Kultusministerien der Länder (Foto: Schmich)

Von links nach rechts: Dr. Ernst G. John, Christoph Glaser (Hessen), Klaus Lorenz (Baden-Württemberg), Petra Knobloch (Brandenburg), Dr. Beate Scheffler (Nordrhein-Westfalen), Viola Maßmann (Niedersachsen), Cornelia Frerichs (Niedersachsen), Hans-Jürgen Iske (Bremen), Helmut Landsiedel (Schleswig-Holstein), Dirk Oswald (Rheinland-Pfalz).

Als Vortragende konnten die beiden Bundesvorsitzenden Professor Dr. Peter F. E. Sloane von der Universität Paderborn, sowie Ministerialdirigentin Dr. Beate Scheffler vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und Ministerialdirigent Klaus Lorenz vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg gewinnen.

 

Von links nach rechts: Dr. Ernst G. John, Min.-Dgt. Klaus Lorenz, Min.-Dgtin. Dr. Beate Scheffler, Professor Peter F. E. Sloane, Dr. Angelika Rehm. (Foto: Schmich)

Eingeleitet wurde die Referententagung mit einem sehr interessanten Vortrag von Professor Dr. Peter F. E. Sloane von der Universität Paderborn, der die Einführung der Inklusion in der beruflichen Bildung aus wissenschaftlicher Perspektive beleuchtete. Besondere Aufmerksamkeit fanden seine Ausführungen zu den Gelingensbedingungen inklusiver Beschulung an den beruflichen Schulen.

Daran anschließend erläuterte Ministerialdirigent Klaus Lorenz vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg den Kolleginnen und Kollegen den facettenreichen Ansatz der individuellen Förderung an den beruflichen Schulen im „Ländle“.

Über die dualisierte Ausbildungsvorbereitung in NRW, die unter der Leitlinie „kein Abschluss ohne Anschluss“ steht, informierte Ministerialdirigentin Dr. Beate Scheffler vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Dabei ging sie auf einzelne Maßnahmen aber auch auf die Probleme bei der Umsetzung ein. Ihre Ausführungen zeigten, dass Nordrhein-Westfalen mit ähnlichen Problemen konfrontiert ist, wie die meisten anderen Bundesländer.

Die sich an die Vorträge anschließende lebhafte Diskussion und Nachfrage zeigte, dass die Referentin und die Referenten die Erwartungen der Kolleginnen und Kollegen voll getroffen hatten.

Mit den sogenannten „Blitzlichtern“, in denen die für die beruflichen Schulen zuständigen Referentinnen und Referenten aus den Kultusministerien der Länder über die aktuellen berufsbildungspolitischen Entwicklungen informierten, endete die VLW-Referententagung 2014.

 

Blick ins Plenum. (Foto: Schmich)

Bundeshauptvorstandssitzung

Bei der anschließenden Bundeshauptvorstandssitzung des VLW informierten die Landesvorstände über die aktuelle Situation in ihren Ländern und der geschäftsführende Bundesvorstand gab seinen Tätigkeitsbericht für die Zeit seit der letzten BHV im März dieses Jahres.


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